Alternative Süßungsarten

Gesündere Pfade einschlagen?

Für deine Reise auf dem industriezuckerfreien Pfad möchten wir dir Möglichkeiten für gesündere Alternativen an die Hand zu geben. Wir haben anschließend ein paar kleine Portraits für dich vorbereitet, die dir einen groben Durchblick im "Alternativ-Süßen-Dschungel" verschaffen sollen.
Denn wir finden: Auch Genuss gehört zum Leben, und du sollst Mittel kennen, um ganz ohne Geschmackseinbußen oder schlechtes Gewissen auch einmal einen Kuchen, leckere Kekse, Riegel oder andere süße Snacks zubereiten zu können.

Sirup und Dicksäfte

In flüssiger Form stehen sehr viele verschiedene Varianten zur Süßung zur Verfügung.
S
irup und Dicksäfte sind eingedickte Pflanzensäfte mit einem Rest-Wasseranteil zwischen 25 und 35 %. Sie sollten angebrochen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Aufgrund ihrer flüssigen Beschaffenheit, eignen sie sich besonders auch zum Süßen von Getränkekreationen. Bekannte Vertreter sind zum Beispiel Reis-, Ahorn- und Dattelsirup, und im Segment der Dicksäfte: Agaven-, Trauben-, Birnen- und Apfeldicksaft.
Bei die Verwendung für spezifische Fälle muss auf die Süßkraft des jeweiligen Produktes, sowie der jeweilige Eigengeschmack berücksichtigt werden.

 

Stevia

Die oft auch kontrovers diskutierte Steviapflanze steht schon länger in der Öffentlichkeit. Geschmacklich ist der leicht lakritzartige Beigeschmack nicht jedermanns Sache bzw. passt nicht zu jeder Art von Gebäck oder Speise. Überall dort wo eine Art von Zuckerersatz auch als Volumenmenge benötigt wird, ist Stevia eher nicht geeignet, denn die Süßkraft liegt um ein Vielfaches höher. Für die Blätter der Pflanze spricht man von einer Süßkraft, die ungefähr dreißigmal größer ist, als die von Zucker. Stevia ist aber in vielerlei Formen (Pulver, Tabs, Tropfen) erhältlich weswegen die Dosierung etwas Übung und Recherche erfordert.
Kalorienmäßig ist Stevia allerdings unschlagbar. Wissenschaftliche Studien haben zudem gezeigt, dass Stevia eine blutdrucksenkende und -zuckersenkende Wirkung hat.

 

Xylit

Anders als der alternative Name „Birkenzucker“ suggeriert, wird im großen Stil hergestelltes Xylit nicht aus Birken, sondern aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Maiskolbenresten, Stroh, Getreidekleien oder Zuckerrohr-Bagasse, gewonnen. Die industrielle Herstellung ist aufwendig, weshalb Xylit ein verhältnismäßig teurer Zuckeraustauschstoff ist. Birkenzucker wird oft in Zahnpflegekaugummis verwendet, da ihm kariesreduzierende Eigenschaften nachgesagt werden.
Xylith kann nahezu 1 zu 1 wie herkömmlicher Zucker verwendet werden, da er ihm in Süßkraft und Konsistenz sehr ähnelt.

 

Erythrit

Wie Xylit gehört Erythrit chemisch gesehen zu den Zuckeralkoholen. Die Süßkraft von Erythrit liegt bei ca. 70 % von handelsüblichem Kristallzucker. Da er im Körper nicht verstoffwechselt wird, wird hier von 0 bis 20 kcal pro 100 g gesprochen. Damit ist Erythrit vor allem für kalorienarmen Diäten beliebt. Außerdem soll Erythrit keinen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel haben, sodass auch Diabetiker gerne zu dieser Alternative greifen.
Wie bei jedem Zuckeralkohol kann es bei übermäßigem Konsum von Erythrit zu Blähungen und Durchfall kommen. Obwohl im Vergleich zu anderen Zuckeralkoholen, wie Xylit oder Sorbit, das Risiko hier erheblich geringer ist, da über 90 Prozent des Erythrits unverdaut wieder ausgeschieden, und nicht im Dickdarm verdaut werden.

 

Kokosblütenzucker

Die Süßkraft des Kokosblütenzuckers liegt in etwa so hoch wie die des raffinierten Zuckers und kann so in Rezepten 1 zu 1 ausgetauscht werden. Er hat eine leichte Karamellnote und eignet sich besonders gut für Nachspeisen. Beim Backen bildet er im Teig leicht Klumpen - und lässt das Gebäck nicht so gut aufgehen wie herkömmlicher Industriezucker. Beim Kochen oder Einrühren in Nachtische muss beachtet werden, dass er sich nur sehr langsam auflöst – hier ist Geduld gefragt.
Ihm wird nachgesagt, dass er weniger Heißhungerattacken auslöst, aussagekräftige Studien gibt es hier aber wohl noch nicht. Kalorienmäßig steht er dem weißen Zucker mit nur 16 Kalorien weniger, nicht viel nach.

 

Honig

Er besteht vorwiegend aus Frucht- und Traubenzucker. Seine Konsistenz ist je nach Art des Honigs flüssig und golden oder hell und cremig. Ihm werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen (Wundheilung, antibiotische Wirkung). Durch Hitze werden die dafür verantwortlichen Enzyme zerstört. Hochwertigen Speisehonig beim Backen oder Kochen zu sehr zu erhitzen, ist aus gesundheitlicher Sicht, also nicht sinnvoll.
Für Kleinkinder unter einem Jahr ist Honig nicht geeignet!
Empfehlenswert ist es, wenn möglich regionalen Honig in Bioqualität zu verwenden. 

 

Lucuma

Die immer häufiger ins Gespräch kommende Frucht aus den südamerikanischen Anden liefert nicht nur Vitalstoffe und Antioxidantien sondern sie erfreut den Blutzuckerspiegel auch mit einer besonders niedrigen glykämischen Last. Hier sind nicht nur Diabetiker eine Zielgruppe, sondern auch alle gesundheitsbewussten Menschen. Denn Blutzuckerschwankungen sind eine wichtige Ursache für chronische Entzündungen, welche sich in chronischen Krankheiten aller Art manifestieren können. So ist Lucuma ein gutes Süßungsmittel für alle, die Blutzuckerschwankungen meiden möchten.
Geschmacklich liegt Lucumapulver zwischen Mango und Aprikose mit einem Hauch Karamell.

 

Yacón

Die mit dem Topinampur verwandte Yacón-Pflanze hat einen hohen Anteil an Inulin (ein Ballaststoff, der zu den Präbiotika zählt). Durch diese Zusammensetzung ist die Yacón-Pflanze interessant für Diabetiker, da der enthaltene Mehrfachzucker Oligofructose als Zuckeraustauschstoff in der Diabetes-Diät geeignet ist. Oligofructose weist zwischen 30 und 50 % der Süßkraft von Haushaltszucker auf. Yacón ist als Pulver und als Sirup erhältlich.

 

Obst

In einer Frühstücksbowl, reicht zum Süßen oft frisches Obst. Hier gibt es eine unglaubliche Fülle an Möglichkeiten. Im Winter, wenn nicht so viel saisonales Obst zur Verfügung steht, kann auch auf Tiefkühlware und getrocknete Früchte zurück gegriffen werden.

Auch zum Backen ist Obst durchaus eine gute Möglichkeit. So kann hier ungesüßtes Apfelmus oder Bananenmus verwendet werden. Die Banane bringt einen gewissen Eigengeschmack mit, der aber zum Beispiel mit Nüssen oder Schokolade und Kakao sehr gut harmoniert.

 

Dattelpaste

Richtig, Datteln sind auch Obst! Da wir aber so große Fans dieser Frucht sind, findet ihr in unseren Rezepten sehr oft Datteln und selbst gemachte Dattelpaste. Wie ihr diese ganz einfach herstellt, könnt ihr hier auf unserem Blog nachlesen.

 

Fazit

Abschließend bleibt zu sagen, dass allein die Nutzung von Süßungsalternativen natürlich nicht bedeutet, dass du deine Süßspeisen und Backwaren künftig in eben diesen ertränken solltest. Denn Ziel soll immer noch sein, Süße zu reduzieren. Wenn du schon eine Zeit auf raffinierten Zucker verzichtest, wirst du merken, dass dir das bereits deutlich leichter fällt. Denn oft schmecken dann Dinge, die du zuvor als Nascherei genossen hast, nun schon viel zu süß!

Was du wo für dich einsetzen möchtest, obliegt deinem Geschmack, dem gewünschten Endprodukt und der einfachen Umsetzbarkeit für deine Lieblingsrezepte.

 

Für alle Süßungsalternativen gilt - wie auch für andere Dinge im Leben - ein gesundes Maß ist das A und O! 

 

Kommentare sind für diesen Blog deaktiviert